Schulportrait: Die Jenaplanschule in Jena

Die Jenaplan-Schule Jena ist eine staatliche Gemeinschaftsschule in der vom Kindergarten bis zur 13. Klasse unter einem Dach gelernt wird. An der Schule ist es möglich, den Haupt- und den Realschulabschluss, die Fachhochschulreife sowie das Abitur abzuschließen. Das Konzept der Schule basiert auf der Jenaplan-Pädagogik nach Peter Petersen (ursprünglich aus Jena).

Ein wesentlicher Bestandteil davon ist das jahrgangsübergreifende Lernen in Stammgruppen, welches in der zweiten Abbildung veranschaulicht wird. Die Fächer, welche jahrgangsübergreifend unterrichtet werden variieren in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen. So wird Mathematik bspw. In der Mittelgruppe jahrgangsgemischt und ab der siebten Klasse jahrgangsintern unterrichtet. Durch die Jahrgangsmischung kommen die SchülerInnen sowohl in die Position, Jüngere bei der Arbeit zu unterstützen, als auch in die Lage, von den Erfahrungen der Älteren zu profitieren. Auch wird durch diese Unterrichtsform das Gemeinschaftsgefühl der Lernenden über den eigenen Klassenverband hinaus gestärkt.

Abgesehen vom jahrgangsübergreifenden Unterricht gibt es an der Schule jahrgangsinternen Kursunterricht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Jenaplan-Konzeptes besteht im fächerübergreifende Lernen in der Projektarbeit. Dafür gibt es das Fach „Projekt“ an der Schule. Die SchülerInnen haben hier die Möglichkeit sich in mehrwöchigen Projekten ein individuelles Teilthema zu wählen und mit einer Gruppe oder in Einzelarbeit kreativ umzusetzen. So wird ein Rahmen geschaffen, um gewissermaßen seinen persönlichen Interessen nachzugehen und aspektorientiert zu recherchieren.

Ein häufiges Lernformat an der Schule ist der „Stuhlkreis“, wo der Stundenablauf besprochen und Fragen geklärt werden. Frontalunterricht wird weitestgehend vermieden, stattdessen sind die Tische  in Tischgruppen angeordnet, die besonders in den jüngeren Jahrgängen kleine Lernverbände bilden.

Zudem gibt es zwei weitere besondere Stunden, die fest im Schulkonzept verankert sind: Im „Morgenkreis“ wird die anstehende Woche besprochen und organisiert. In den niedrigeren Klassen haben die SchülerInnen hier die Möglichkeit von außerschulischen Erlebnissen und vom Wochenende zu berichten. Die „Feier“ ist die letzte Stunde der Schulwoche, die sowohl als Stammgruppen-, als Kurs- oder als Schulfeier genutzt werden kann. Sie bietet Raum für Präsentationen besonderer Projektergebnisse, Theaterbesuche, Berufsorientierung, Sommer- und Weihnachtsfeiern und ähnliches.

Die Jenaplan-Schule zeichnet ein spezielles Bewertungskonzept aus, in welchem sowohl die schriftliche, als auch die mündliche Selbst- und Fremdeinschätzung eine große Rolle spielt. Leistungen werden bis zur sechsten Klasse ausschließlich verbal eingeschätzt. Erst ab Klasse sieben werden Ziffernnoten vergeben. Beispielhaft für das Evaluationskonzept sind an dieser Stelle auch die Zeugnisgespräche: Pro Semester wird zur Zeugnisvergabe ein Gespräch mit Eltern, Stammgruppenleitern und dem Lernenden geführt. Hier werden Lernfortschritte, Fragen, Probleme und Wünsche besprochen und aufgegriffen.

Für mehr Informationen geht es hier zur Website der Jenaplanschule in Jena.

Aktivitäten der Jenaplanschule Jena bei BlickRichtungVielfalt.

Austauschanfragen über die entsprechende Loomio-Untergruppe.

Dieser Bericht wurde von Lotta Steenbeck von der Jenaplanschule in Jena verfasst und gibt somit einen ersten Einblick auf das Schulkonzept ihrer Schule. Schulportraits stellen niemals die Meinung des gesamten Netzwerks dar. Mit freundlicher Unterstützung des Redaktionsteams!